Fibonacci

Ein algebraisches Verfahren
Wir betrachten die Menge Z der unendlichen reellen Zahlenfolgen (a1, a2, a3, ... )
die der Vorschrift an+2 = an+1 + an erfüllen.
Wegen der Linearität der Vorschrift können wir innerhalb dieser Menge Z eine Addition und eine skalare Multiplikation definieren
durch
(a1, a2, a3, ... ) + (b1, b2, b3, ... ) = (a1+b1, a2+b2, a3+b3, ... ) und
c.(a1, a2, a3, ... ) = (c.a1, c.a2, c.a3, ... ).
Damit wird Z ein linearer Raum.
Wenn wir von einer Zahlenfolge (a1, a2, a3, ... ) die Anfangswerte a1 und a2 kennen, dann können wir mit
Hilfe der Rekursionsvorschrift jedes FolgenGlied berechnen. Es ist nun klar dass {(1,0,...), (0,1,...)} eine Basis ist für diesen linearen Raum.
Eine andere, viel öfters benutzte Basis ist {(1,1,...),(1,3,...)}. Das erste Basiselement wird die Fibonaccifolge genannt und das zweite die Lucasfolge.
Eine andere interessante Basis ist {(1,r,...), (1,s,...)} mit
r = (1 + sqrt(5))/2 und s = (1 - sqrt(5))/2.
Da 1 + r = r2 gilt auch r + r2 = r3 usw. Also bildet (1,r,...)
eine geometrische Zahlenfolge (1, r, r2, r3, r4, r5, ... )
Analog bildet (1,s,...) eine geometrische Zahlenfolge.
Die Fibonaccifolge und die Lucasfolge können wir bezüglich der letzterwähnten Basis representieren.
Wir erhalten also für die n-te Fibonaccizahl Fn = (rn - sn) / (r - s) und für die
n-te Lucaszahl Ln = rn + sn.
